Vorherige Seite

Sexualassistenz - Sexualbegleitung - Sexualberatung - Surrogattherapie … und das auch noch für normabweichende Bedürfnisse ?

Davon ausgehend, dass das Entdecken und Ausleben der eigenen Sexualität ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeitsentfaltung eines jeden Menschen ist, kann man die -wie auch immer gestaltete- Unterstützungsarbeit, die Angehörige und Profis verschiedener Branchen für diesbzgl. auf verschiedenste Weise -oft aber durch körperliche Behinderungen/Beschränkungen- gehemmte Menschen leisten, als eine karitative Arbeit verstehen.

Klärung der Begrifflichkeiten

Manche professionellen Unterstützer/innen üben einen staatlich anerkannten Heilberuf aus und helfen den Behinderten/Gehemmten in diesem Kontext auch beim Umgang mit der Sexualität, andere verstehen sich als Prostitutierte mit einem Spezial-Klientel, und wieder andere bezeichnen sich als Coaches/Therapeuten (beide Begriffe sind in dieser Form nicht gesetzlich geschützt - geschützt hingegen sind nur einige Konkretisierungen, z.B. der Begriff "psychologischer Psychotherapeut"). Die Angehörigen der staatlich anerkannten Heilberufe sind an bestimmte Berufsethiken gebunden und ihnen ist es insbesondere nicht erlaubt, selbst sexuelle und/oder erotisch motivierte Handlungen an den Patienten vorzunehmen. Andere professionelle Unterstützer/innen möchten dies mit ihren Kund/inn/en eventuell nicht tun, weil sie es als persönliches Tabu empfinden. Werden derartige Handlungen unterlassen, spricht man von passiver Sexualassistenz, bei Einschluß derartiger Handlungen von aktiver Sexualassistenz. Passive Sexualassistenz oder -begleitung kann z.B. bedeuten, dem/der Behinderten/Gehemmten Sexspielzeug zu besorgen, ihn/sie zu einer entsprechend aktiven Dienstleister/in zu fahren, oder ihm/ihr einfach im Gespräch Rat und Aufklärung zukommen zu lassen.

Diejenigen professionellen Unterstützer/innen, die auch selbst erotisch bzw. sexuell mit dem Behinderten/Gehemmten interagieren, wahren ihre individuellen Grenzen - einige distanzieren sich ganz klar von Prostitution meist mit dem Argument, insbesondere keinen Geschlechtsverkehr anzubieten, andere finden diese Zuordnung zutreffend, sobald es (primär, oder zumindest als ein Aspekt ihrer Arbeit) um sexuelle/erotische Handlungen gegen Entgelt geht. Von "Surrogattherapie" und somit "Surrogatpartner/inn/en" spricht man (nach Masters&Johnson), wenn ein entsprechendes erotisches/sexuelles Erlebnis mit einer Assistenz- oder Begleitperson (in dem Fall: dem "Surrogat" = körperliche/r Vertreter/in einer Wunschperson) im Rahmen einer ärztlichen Therapie empfohlen/angeordnet und dort auch ausgewertet wird (was in Deutschland seltenst der Fall ist). Diejenigen Unterstützer/innen, die sich als "Sexualbegleiter/innen" bezeichnen, bieten meist selbst ein ganzheitliches Programm mit Reflexion und fördern auch das Ausleben und Entdecken von Emotionalität und zärtlichen, aber nicht-sexuellen, Berührungen. Insbesondere, wenn sie keine eindeutig sexuellen Praktiken wie Geschlechtsverkehr etc. anbieten, nennen sie sich gerne auch "Berührer/innen". Aber auch diejenigen Prostituierten, die gezielt "Sexualbegleitung" anbieten/bewerben, verstehen sich oft stärker als Gesellschafterinnen mit dem Angebot einer professionellen -allerdings untypischen, da primär die "Seele" und nur sekundär den "Leib" bedienenden- Prostitution. Im Begriff "Begleitung" steckt also immer auch Beratung/Beruhigung/Begegnung.

Im reinen Assistenzbegriff kann eine, muss allerdings keine Ganzheitlichkeit mit Beratung, Reflexion, Emotionalität und Sinnlichkeit stecken - im Begriff "Assistenz" (im Gegensatz zur "Pflege", "Behandlung") wird vielmehr die Autonomie des Assistenznehmers/der Assistenznehmerin betont, Anweisungen gemäß der jeweiligen Bedürfnisse an das Assistenzpersonal zu geben - natürlich im Rahmen von dessen Aufgabengebiet, welches eben den Schwerpunkt auf der emotional-sinnlichen oder der körperlichen Interaktion haben kann. Es ist sinnvoll, vor Buchung eines professionellen Dienstleisters / einer professionellen Dienstleisterin (egal, wie er/sie sich bezeichnet) zu klären, ob die Erwartungen und das Leistungsangebot überhaupt grundsätzlich zusammenpassen.

Die assistierende/begleitende/beratende SM-erin

Die o.g. Ausführungen beziehen sich auf Menschen ohne BDSM-Neigungen. Was aber, wenn der/die Behinderte/Gehemmte nun selbst sadomasochistische Gelüste oder Fetisch-Neigungen in sich entdeckt? Verdient er/sie dann nicht auch sowohl wahlweise eine einfache, schnörkellose Assistenz oder aber eine ganzheitliche (Coming-Out-) Begleitung ? Dies möchte ich Ihnen anbieten !

Als Domina und aktive Fetischlady kann ich vorrangig die devoten und masochistischen und fetischistisch-sinnlichen Sehnsüchte auch mit realen Sessions wahrwerden lassen. Gern kann, muss aber nicht, auch Plauderzeit und Kuschelzeit eingeplant werden.

Gerne streichele, massiere und befriedige ich Sie, egal ob Mann oder Frau, manuell - allerdings schließe ich Oralverkehr und Penis-Vagina-Geschlechtsverkehr als persönliche Tabus im Kundenkontakt aus.

Unter meiner Beaufsichtigung und/oder Anleitung können Sie auch z.B. Verkehr mit einer Gummi- oder Silikonpuppe (die ich Ihnen gerne beschaffen kann), mit Fick- und Wichsmaschinen oder einer separat gebuchten Hure haben.

Auch als Beraterin stehe ich zur Verfügung, dies selbstverständlich auch für Tops (bzgl. BDSM aktive und/oder dominante und/oder sadistische Menschen) - und für Vanillas (Menschen ohne BDSM-Sexualität) - und für Homo/Bi/Transsexuelle etc. Und bei Bedarf helfe ich auch, für Tops die passenden Subbies zu finden.

Sprechen Sie mich einfach an. Ich bin vorurteilsfrei und sage ehrlich, was ich Ihnen bieten kann. Leider sind meine eigenen Spielräume aufgrund einer steilen Treppe nicht barrierefrei zugänglich, ich komme aber gern zu einem Escort-Termin ins Hotel, nach Hause oder natürlich auch gern in ein ebenerdiges Mietstudio.

Ist das ethisch vertretbar?

Mündige Behinderte willkommen

Da ich fest überzeugt bin, dass BDSM per se nichts "Böses" ist (auch BDSM hat in der Form, wie ich und viele andere BDSMer es leben, eine sehr wohlbedachte Ethik) und vorausgesetzt, dass meine Kund/inn/en erwachsene, mündige Menschen sind, die selbst den Wunsch nach einer Session mit "aktiver BDSM-Assistenz" oder nach einer (auch oder ausschließlich beratenden) "BDSM-Begleitung" haben, sehe ich keinerlei Probleme mit einer entsprechenden Serviceleistung für Behinderte, sondern finde im Gegenteil, dass sie das selbe Recht auf Inanspruchnahme erotischer, fetischistischer und sadomasochistischer Sessions und Coachings haben wie nichtbehinderte Menschen.

Persönlichkeitsrechte von unmündigen Erwachsenen

Bei aufgrund geistiger Handicaps unmündigen Mensche wäre die Sachlage deutlich verzwickter. Ich denke nicht, dass es hier eine Pauschalantwort gibt, ob ein entsprechender Service ethisch oder unethisch wäre, sondern dass dies im Einzelfall intensiv geprüft werden müßte. Entsprechende Anfragen wurden bislang nicht an mich herangetragen, so dass ich auf diesem Gebiet keine Erfahrung habe. Zwingend wären zumindest das schriftliche Einverständnis des Vormunds, ein medizinisch-psychiatrisches Gutachten sowie einiges an Eigenrecherche über das jeweilige Krankheitsbild sowie eine ausführliche juristische Beratung für mich erforderlich, damit ich mich zu einer entsprechenden Anfrage ggf. positiv positionieren könnte oder abschlägig positionieren müßte. Sofern es von Betroffenen bereits Selbsthilfe-Initiativen gibt, freue ich mich über Informationszusendung.


© copyright 2005-2016 domina-frankfurt.net