SessionberichteSinnlichkeit: Kleidung & Körper

Die Herrin in Springerstiefeln und das Schlampenmädchen

"Du hast nur ca. 5min Fußweg zu mir, und dort, wo ich wohne, kann man sich schlecht beschäftigen." Das schrieb sie mir, als ich plante, eine Bahn früher als nötig zu nehmen, damit ich mich mit einem Espresso in ihrer Nähe einstimmen könne. Wie konnte das sein? Keine zwei Viertelstunden S-Bahn-Fahrt vom brodelnden Kessel Frankfurt entfernt sollte es diese stille Einöde geben?

Als ich mit wenigen anderen Fahrgästen aus der Bahn stieg, war ich sofort gewahr, wie recht sie hatte. Im Nu waren die Mitaussteiger verschwunden. Sie schienen aufgesogen von einer absolut stillen und unbelebten Dorfatmosphäre. Mir kamen plötzlich Szenen aus alten Westernfilmen in den Sinn. Der zischende und dampfende Zug hält mitten in einer sandigen Steppe. Nur ein Mensch steigt aus. Ein Grasbüschel hüpft an dem Angekommenen vorbei; wird vom Wind weitergetragen ins Nichts.

Wo würde ich hingetragen werden?

Bald wusste ich es. Denn ich saß der Frau gegenüber, die mich gerade an der Tür empfangen hatte, wie man es mit einem guten Freund tut. Bei einem Kaffee plauderten wir. Meine Bange, die Aufgeregtheit, das Ungewisse - sie hatte alles mit ihrer offenen und freundlichen Art weggewischt. Als sei sie Expertin im Bedienen der Schalter für Gefühlsregungen. Würden meine Augen nicht immer wieder abschweifen von meinem Plauder-Gegenüber und in dem Dachgeschoss herumirren, unter dem wir in zwei alten gemütlichen Sesseln saßen, ich hätte fast vergessen können, warum es mich in dieses Haus gespült hatte.

Ein Bett fing meine Blicke ein, präpariert mit breiten weißen Gurten. Erschrocken sah ich das Bild einer psychiatrischen Anstalt vor mir. Kalte, hohe und lange Gänge, vor deren Wänden reihenweise unzählige Zimmertüren waren. In diesen Zimmern konnte man solche Betten vermuten. Mit Menschen darauf, die in diesen schweren Bändern fixiert waren und zur gänzlichen Wehrlosigkeit verdammt. Mein Erschrockensein konnte erst in lustvollere Gefühle sich wandeln beim Anblick von Seilen, die zuhauf an einer Stange hingen, von Peitschen und Gerten und Rohrstöcken. Auch derbe Springerstiefel, die achtlos am Boden verstreut waren, entgingen mir nicht.

Der Raum mit seinen zwei Plauderern hätte einen Betrachter sofort diese eigenartige Ambivalenz spüren lassen. Die Freundlichkeit Saras im Gespräch wollte nicht zur Bedrohung des Inventars passen. Das Lächeln, das sich immer wieder auf ihr Gesicht zauberte, auch nicht.

Plötzlich wurde mir klar, wo die Gefährlichkeit lauerte. Es waren Saras Augen. Manchmal, wenn sie lächelnd etwas erzählte, lagen ihre Pupillen lauernd in den Höhlen. Da sitzt also das Raubtier, dachte ich . Hier ist das Funkeln, hier wird die stumme Botschaft ausgesendet, die von Beherrschen und in Besitz nehmen kündet.

Ich machte ausreichende Bekanntschaft mit dieser Sara.

Kaum hatten die Stiefel mit ihren gefährlichen Profilen den Platz an Saras Füßen gefunden, war ich das Opfer eines Überfalls. Kräftige Hände packten mich, Arme umschlangen mich fest und zwangen mich zu Boden. Schnell war das Opfer gefesselt. Jeder Versuch, sich widerspenstig zu zeigen, machte der Peinigerin nur neue Lust, den schon Wehrlosen durch weitere Schnürungen klein zu bekommen. Ich kauerte am Boden. Schwitzend und keuchend. Die sommerliche Hitze heizte die Akteure zusätzlich auf. Die Temperaturen stachelten die Sinne an, gerade so, als hätte der Kampf der Beiden dafür nicht ausgereicht.

Es trat eine Pause ein. Die Waage hatte sich geneigt. Die Siegerin stand fest. Sie baute sich stolz und aufrecht über ihrem besiegten Opfer auf. Ich vermute mehr, dass es das Bild ist, welches wir abgaben, als dass ich es sehen konnte. Dafür hatte sie mich auf zu fiese Weise verschnürt. Seile zogen sich fest durch meinen Mund. Die Hände genauso fest davor gebunden. Im wahrsten Wortsinne wurde ich gekrümmt. Das Atmen fiel mir schwer , so klein hatte sie mich gebunden. Und ich merkte auch, dass es genau diese hierarchische Welt ist, in die ich immer und immer wieder mit wilder Geilheit hineinfallen will. Das bezwungene Opfer am Boden sein. Ausgeliefert an die erhabene Frau. Deren Lust an diesem Geschehen regelrecht den Raum durchströmt. Die vielleicht ähnliche Gefühle in Sara freisetzt, wie sie in mir entstehen, wenn sie ihre dreckigen Stiefel auf meine nackte Haut setzt, die harten Sohlen mir ins Gesicht drückt. Schau her, du erlegtes Wild. Merke meine Geilheit, die ausströmt, wenn ich dich trete und niederhalte. Was für eine Situation entstand da in wenigen Minuten in dieser geheimnisvollen verborgenen Welt.

Ich war ein wenig zur Ruhe gekommen. Der Druck und der unterschwellig wahrzunehmende Schmerz, den die Seile verursachten, hatten sich ein wenig verflüchtigt. Ohne dass ich es erklären kann, machte sich in mir Gier breit. Sie schrie danach, es noch einmal zu erleben. Zeig mir nochmals deine wilde Unbändigkeit, rumorte es in meinen Eingeweiden. Lass es mich ein weiteres Mal spüren, dieses Niedergerungen-Werden, Schritt um Schritt wehrloser zu werden, die Seile umbarmherzig gezogen, die qualvolle Gewissheit, dass sie mich, den Eindringling, am Boden liegen hat, wie ein Stück Vieh, dessen Wildheit sie brach…

Diese Gedanken müssen es gewesen sein, die mich zu nochmaligem Aufbegehren gegen Sara anstachelten. Jetzt hatte sie gänzlich die Herrschaft über das Opfer am Boden. Ihre souveräne Haltung war mit Händen zu greifen. Jetzt konnte sie mich ihrer Überheblichkeit preisgeben. Den Wurm, der sich windet, sie packen will mit seinem geknebelten Maul. Wie schnell hatte sie ihn wieder klein. Es kostete sie keinen Aufwand mehr. Fast spielerisch wirkte es, als sie ihm die Füße an die Oberschenkel band. Was bist du doch für eine kleine Schlampe, sagte sie. Du gehörst mir. Ich kann mit dir tun und lassen, was ich will.

Sie traf die Situation auf den Punkt. Genau so waren meine Gewissheiten. Ich lag da, nichts anderes als ein verschnürtes Bündel. Konnte weder beißen, noch treten, noch mich überhaupt aufrichten oder auf sie zu bewegen. Egal was sie mit mir tat, die Chance zur Gegenwehr hatte sie mir genommen. Die siegreiche Kämpferin stellte ihrer Beute den Fuß in den Nacken. Die archaische Geste verfehlte ihre Wirkung nicht.

Ach Weib, dachte ich, lass mich liegen. Genug dieser eigenartigen Lust machte sich breit in mir, die signalisierte, es sei ausreichend Begehren aufgebaut. Sie würde genügen, das Opfer stundenlang in einer dunklen Ecke gefangen zu halten, damit es sich in seiner misslichen Lage an das Schmachten und Sehnen gewöhnen kann. Doch so kam es nicht.

"Du bist mein Schlampenmädchen. Du wirst mir gehören. Ich habe dich in meinem Besitz." Was für Sätze sprudelten aus dem Mund dieser Frau. Und welch eine Wirkung hatten sie auf mich. Ich kam mir vor, als könnte sie in meinem Inneren lesen. Ganz eigenartige Gefühle suchten sich Raum in mir. "Ja, nimm mich in Besitz, beherrsche mich" - diesen Satz hätte ich ihr am liebsten trotzig entgegen geschleudert. Aber vielleicht tat ich es ja auch?

Zumindest ging sie jetzt so mit mir um. Ich kniete vor ihr. Gleich einem braven Hündchen. Ihre Stiefel wiesen mir den Platz zu ihren Füßen. Sie setzte sich gemütlich in einem bequemen Sessel. Sie hatte eine Aufgabe für mich, jetzt, wo sie mich zu ihrem Mädchen gemacht hatte.

Meine Fesseln wurden gelockert. Aber nur soweit, dass ich in der Lage war, ihr die Schuhe von den Füßen zu streifen. Die Arme blieben an den Körper gebunden. Ein Umstand, der, zusammen mit der unbarmherzigen Hitze, die Erfüllung meiner Arbeit äußerst unangenehm machte. Das interessierte sie nicht. Ich habe viel Zeit, meinte sie schnippisch. Sie schaffte ein neues Paar Springerstiefel heran. Noch derber als das zuvor. Der Schaft reichte bis zu ihren Knien. Mir kam es wie Schwerstarbeit vor, im Halbdunkel mit den langen Schnürsenkeln und den störrischen Schuhen zurecht zu kommen bei nicht einmal voller Bewegungsfreiheit. Ihr schien es Genuss, wie ich mich vor ihr auf dem Boden abmühte.

Und ich? Hätte ich nicht einfach fordern können, dass sie gefälligst mithelfen solle? Oder sich wenigstens um Schuhe kümmern, mit denen ich leichtere Arbeit hatte? Aber kein Laut kam über meine Lippen. Brav knotete ich und schwitzte und mühte mich ab. Welche Macht Sara in kurzer Zeit aufgebaut hatte.

Irgendwann hatte ich es geschafft. Sara stand auf. Staunend bewunderte ich das Wesen, welches sich in den gefährlichen Springerstiefeln vor mir aufbaute. Tritte trafen mich. Heftig und gezielt geführt. Brav und leidend nahm ich sie in Empfang. Mit jedem Mal, wenn hart die Sohle mich traf, wurde ich ein kleines bisschen winziger und gefügiger. Ein Schlampenmädchen auf dem Weg in sein Ausgeliefertsein.

Sie stand vor mir. Ein mächtiger Gummischwanz ragte aus ihrem Schoß. Was sie von ihrem Schlampenstück verlangte, musste sie nicht besonders betonen. Ich gehorchte. Gab mir alle Mühe beim Saugen und Blasen. Immer wieder brachte sie mich zum Würgen, wenn es ihr gefiel, den Schwanz tief in meinem Rachen verschwinden zu lassen. Ich bewunderte sie. Vermutlich gerade deshalb, weil sie das Oben und Unten zwischen uns so eindeutig zu zelebrieren wusste.

Doch damit nicht genug. Sie wollte alles. Sie sagte es frei heraus: "Ich werde dich nehmen, mein kleines Fickstück. Du wirst wimmern unter meinen Stößen. Nicht aufhören werde ich, bis dein Jammern und Heulen meine Ohren erfüllen." Ich erschrak. Sie machte mir Angst. Würde sie soweit gehen? Aber war es nicht genau das, was ich erleben wollte?

Sie jagte mich über ein steile wackelige Leiter in einen dumpfen und niederen Raum direkt unter dem Dachfirst. Auffallend waren der rote glatte Boden und die vielen Ringe, die ringsum ebenerdig angebracht waren.

Ich wurde präpariert. Festgebunden am Boden. Die Schlampe, der man zuvor schon eine blonde Prücke aufgesetzt hatte und mit einem grellroten lieblos hingemalten Lippenstift ihr Wesen unterstrich, wurde ihrem Zweck zugeführt. Den Hintern nach oben gereckt und geknebelt lag sie da. Dargeboten wie eine Stute dem Hengst. Sara drückte meinen Kopf fest mit ihrem Stiefel auf den harten Untergrund. Ich konnte nicht sehen, was um mich herum vorging. Wie von Ferne nur hörte ich Geräusche und versuchte, sie zu deuten. Ich war vorbereitet für den Missbrauch.

Wie oft hatte mir ein derartiges Szenario vor Augen gestanden. Das wehrlose und wartende Hurenstück. Ausgeliefert. Wartend nur ahnend, was kommt. Mit wildem Herzschlag. Voller Furcht. Und doch erfüllt mit einer unbändigen Bereitschaft, genügen zu wollen. Gehorchen zu müssen, der Frau, die sie ihr eigen nennt. Begehren zu dürfen.

Genauso geschah es. Nachdem ich eine Weile in diesen Stimmungen allein gelassen worden war, kam sie über mich. Sie bereitete ihre Kleine behutsam vor. Bis sie ein williges Opfer hatte, das sie besteigen konnte. Jammernd zuckte ich zusammen unter ihren kräftigen Stößen. Wieder und wieder. Bis sie ihr Ziel erreicht hatte. Als sie abließ, kauerte ich am Boden, das Haar verklebt, keuchend, heulend, erschöpft - bezwungen und benutzt.

Es war gekommen, wie sie es vorher gesagt hatte. Ich war beseelt und erfüllt wie selten.


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