Vorlieben

Kleine Gemeinheiten: Klammern, Gewichte, Stretcher

SM im engeren Sinne ist Painplay, also alles rund um Schmerz. Und obwohl viele zuerst an Peitschen und andere Schlagwerkzeuge denken, kann man auch mit kleinen Accessoires sehr schmerzvolle Effekte erzielen. Ich denke an Klammern, Gewichte, Ball- und Nipple-Stretcher und sogar an Gummibänder… einge der Metall-Toys können sogar noch unter Strom gesetzt werden, andere sind reiner Selbstzweck. Hier ein paar Anregungen - wenn Sie etwas vermissen, bringen Sie gerne auch eigene Vorschläge noch ein!

Klammern, Klemmen, Clips & Quetschen

Als Kind wünschte ich mir Ohrringe, durfte mir aber keine Ohrlöcher stechen lassen und durfte nur Ohrclips tragen… die Ohrclips mußten fest genug klammern, um den Schmuck in Position zu halten, aber sie sollten nicht zu "bissig" sein, damit es nicht zu schmerzvoll wurde.

Als BDSM-Person kommt es immer noch vor, dass Dinge angeclipst / angeklammert werden, die einfach nur befestigt werden sollen und wo möglichst wenig Schmerz erzeugt werden soll. Zum Beispiel habe ich bipolare Elektro-Klammern für die Brustwarzen, um dort gezielt Reizstrom anzulegen - wenn die Klammern an sich schon zu heftig beißen, kann der Reizstrom-Effekt völlig untergehen. Da bin ich also froh, wirklich sanfte Exemplare zu besitzen, die bei den meisten Männern und Frauen auch gut halten.

Häufiger aber werden im BDSM Klammern verwendet, um Schmerz zu erzeugen. Eben insbesondere an den Nippeln, aber auch an den Genitalien. Bei der Frau an Schamlippen und Klitoris, beim Mann an Penis-Vorhaut, Hodensackhaut und Penisschafthaut. Im einfachsten Fall sind es Wäscheklammern, am fiesesten sind zweckentfremdete Krokodilklemmen aus dem Baumarkt, dazwischen gibt es diverse speziell für den BDSM-Bedarf angebotene Lösungen. Teilweise sind es auch eher Quetschen oder Schraubzwingen statt Klammern, aber mit ähnlichem Effekt - die Schraubzwinge ist gut verstellbar, gequetscht werden kann z.B. auch zwischen sich anziehenden Magneten, die durch den Nippel / die Schamlippe / die Vorhaut hindurch wirken.

Achtung ist geboten: Wenn zu hart und/oder zu lange geklammert oder gequetscht wird, dann kann das die Nerven abklemmen und zu kurz- oder langfristigen ungewünschten Schädigungen führen. Es ist also wichtig, dass wir die für Sie passende Klammer-Stärke und Trage-Dauer herausfinden. Auch ist zu bedenken, dass das Abnehmen der Klammern oftmals nochmal stärker schmerzt als das Dranlassen derselben, aber irgendwann müssen sie nunmal ab: Das kann bewußt eingesetzt werden. Wenn das Blut wieder in die zuvor abgeklemmten Bereiche einschießt, kann das richtig scheiße weh tun! Und manchmal wollen wir genau das… Wir sollten entsprechend vorsichtig spielen, wenn Sie noch ganz unerfahren mit Klammerungen sind.

Auch kann, wie eigentlich immer bei Pain Play, dieselbe objektive Reiz-Intensität an verschiedenen Tagen ganz unterschiedlich auf Sie subjektiv wirken und Sie mal geil machen, mal abtörnen, mal nerven, mal erregen. Kommunikation (verbal oder auch non-verbal) ist wichtig. Idealerweise kann ich Ihre Körperreaktion gut lesen und/oder Ihr Stöhnen gut als lustvoll oder lustlos deuten - aber Menschen sind unterschiedlich transparent in ihren Reaktionen, und bevor Sie die Zähne zusammenbeißen, weil die Klammer ebenfalls bissige Zähne hat, und dann das Lustvolle des Spiels gar nicht mehr fühlen können, nehme ich Ihnen sehr gerne die Klammer wieder ab. Oder gebe Ihnen eine leichtere. Oder ändere die Klammerposition ein wenig.

Gewichte

Gerne werden Klammern auch verwendet, um Gewichte anzuhängen. Allerdings sind Klammern nicht zwingend erforderlich zum Anbringen von Gewichten, manchmal rutschen dann sogar einfach nur die Klammern weg und man braucht sogar andere Möglichkeiten: Gewichte können auch mit Nadel und Faden vernäht werden, an permanente oder temporäre Piercings gebunden werden, man kann sie auch an einem Cockring, einem Hodenfallschirm oder einem einfachen Hodenabinder-Seil befestigen. Wenn eine Frau gute Beckenbodenmuskulatur hat, kann sie auch ein Gewicht mit ihrer Möse halten müssen.

Überhaupt kann es knifflige Situationen bzw. Zwangs/Streß-Positionen geben, in denen Gewichte gehalten/ausbalanciert werden müssen. Vielleicht ein Gewicht auf flacher Handfläche bei ausgestrecktem Arm halten.

Manchmal geben Gewichte vor allem ein schönes, schweres Gefühl, manchmal quälen sie auf schier unerträgliche Weise oder brechen gar den Willen des/der Sub, manchmal sind sie nettes Beiwerk in einer viel komplexeren Session, manchmal stellen sie eine eigene Challenge dar und sollen z.B. schön geschwungen werden (insbesondere, wenn sie an den Genitalien baumeln) oder werden im Lauf der Zeit immer schwerer (durch hineintropfendes Wasser, oder durch von der Lady nach und nach noch angebrachte zusätzliche Gewichtsscheiben) und manchmal ziehen sie auch einen Körperteil heftig in die Länge - ob nun z.B. bei einer Frau an Piercing-Ringen hängende Gewichte für "lange Lappen" sorgen oder bei einem Mann z.B. die Eier schwer nach unten gezogen und damit der Sack selbst mehr und mehr gestreckt wird…

Ballstretcher & Nipplestretcher

Doch nicht nur mittels Gewichten kann man den Hodensack strecken oder Brustwarzen langziehen - es gibt auch mechanische Stretcher mit eingebautem Abstandshalter, z.B. das Mandax Extender System, welches aus zwei Cockringen und einem leitfähigen oder nicht-leitenden Distanzstab besteht - dank der bereits integrierten Kabel-Eingänge kann dieses hochwertige Stück ein- oder zweipolig für Elektrostimulation genutzt werden!

Es gibt auch noch andere - teils ihrerseits gewichtige!- Metallstretcher mit Schraubgewinde (leichter anzulegen als das Mandax Extender System), oder für Brustwarzen- , Vulva- und Anus-Anwendung auch Vakuum-Stretcher. Letzteres kann auch mit Seriouskit Milker perfektioniert werden, wo pulsierendes Vakuum eine rhythmische Stimulation bewirkt…letztlich ist "melken" an den Nippeln ein abwechselndes Ziehen und Entlasten. Manuelles Nipple-Stretching ist hingegen gut möglich, wenn man einen Nipple-Kette zwischen zwei Klammern legt. Und dann einfach nach Lust und Laune an der Kette zieht. Oder auch hier mal wieder eine Stress-Position findet, in der z.B. die Nipples automatisch langgezogen werden, wenn der/die Sub nicht mehr auf den Zehenspitzen stehen kann…

Spezielle Kombination: Klammern und Stricke

Nochmal zurück zu den Klammern: Zugegebenermaßen finde ich es persönlich am Geilsten, wenn diese an Genitalien angebracht werden. Am Zweitgeilsten an den Brustwarzen. Wobei ich gerade an den Brustwarzen auch einige Klammern für einen sehr schicken Schmuck halte. Zum Beispiel gibt es hübsche Nippel-Magnete, die auf den ersten Blick wie ein Piercing aussehen, obwohl nichts durchstochen ist. So kann man auch mal sehr schön eine/n Sub bei einem Party-Besuch "oben ohne" vorführen. (Tatsächlich gibt es innerhalb der Fetisch-Szene sogar modischen Nipple-Schmuck, der keine Schmerzen erzeugt, aber an Klammer-Optik angelehnt ist. Das ist etwa so wie damals bei den Ohrclips, reine Deko, gar ein bißchen Täuschung… ich finde es geiler, wenn Sie wenigstens ein bißchen leiden müssen für die Schönheit. Aber letztlich kommt es auf Ihre Wünsche und Fantasien an, und ich bin offen für verschiedenste Facetten, auch für rein ästhetische Überlegungen…)

Ob es um Deko / Show oder um Schmerz ging, ist nicht ganz eindeutig bei Wäscheleinen-Szenen bzw. Zier-Schnürungen, wie ich sie insbesondere bei Parties schon oft beobachtet habe: Ein/e Sub wird wirklich sorgam, liebevoll, ästhetisch mit hübschem Muster mit Wäscheklammern "bespickt", die an einer gemeinsamen Wäscheleine / Korsettschnur o.ä. aufgefädelt sind. Die Klammern werden irgendwo am Körper, z.B. an den Armen oder am Rücken, angebracht. Am Rücken teilweise in einer Symmetrie, die einer Korsett-Schnürung entsprach - nur ohne Korsett. Einfach eine Zierschnürung. (Ähnliches kann man auch mit Playpiercings bzw. Haken erzeugen, aber eben auch mit Klammern.) Das sieht hübsch aus - und tut nur weh, wenn man mit strammen Klammern arbeitet statt mit sanften Clips.

Auch für die oben schon erwähnten Stress Positions können Schnüre mit Klammern eingesetzt werden, nicht nur mit Befestigung über Brustwarzen und Geschlechtsteile, sondern auch mit Klammern an Bauch oder Gliedmassen - wie eine Marionette kann ein Mensch so im Raum in eine Position "aufgestellt" werden, nur dass die Klammern eben nicht den Körper halten, sondern der Mensch sich selbst so aufrecht halten muss, dass er schmerzhaften Zug am Seil vermeidet. Fies!

Klammern an Stricken haben, wenn die Verbindung stabil genug ist, noch einen sadomasochistischen Einsatz-Zweck: Der/die Top kann in einem Schmerz-Finale einmal heftig an der Strippe ziehen und alles auf einen Schlag lösen / abreißen - aua! Während das Entfernen einer einzelnen Wäscheklammer von einem nicht allzu empfindlichen Körperteil meistens keine heftigen Reaktionen auslöst, macht sich die Summe vieler sich gleichzeitig (oder nur sehr knapp zeitversetzt, quasi wie beim Umwerfen einer Dominostein-Reihe) lösender Klammern doch deutlich bemerkbar.


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