Vorlieben

Sensual Play : BDSM als Wahrnehmungstraining / -disziplin

Menschen mögen BDSM aus verschiedenen Gründen. Einer der Gründe, warum bestimmte Praktiken genossen werden, kann das ganz bewußte Wahrnehmen von Empfindungen sein.

Oft konzentriert man sich auf körperliche Empfindungen als Reaktionen auf bestimmte BDSM-Handlungen und/oder auf sinnliche Erotik (z.B. auf Painplay oder auf ein Zungenbad), es kann aber auch um bewußtes Hineinspüren in die mentalen/emotionalen Reaktionen auf bestimmte Trigger-Reize (z.B. Fetischmaterialien bzw. -handlungen) sein…

Beim reinen Sensual Play spielt es -anders, als bei vielen anderen BDSM-Vorlieben, weniger eine Rolle, was gemacht gemacht, als wie es aufgenommen, zelebriert, teils ritualisiert wird… das jeweilige Erleben wird entweder bewußt mit allen Sinnen -sehen, hören, riechen, schmecken, aktiv ertasten und passiv erspüren- ausgekostet, oder aber es wird ein spezieller Schwerpunkt gesetzt und alles konzentriert sich dann nur auf Geruch, nur auf Geschmack, nur auf Optik, nur auf Haptik … oder nur auf die inneren Gefühlsregungen, die man "kommen und gehen" läßt (oft in meditativer Weise, oder als konzentrierter Beobachter) und einfach annimmt (hierbei können Selbstakzeptanz & Selbstwahrnehmung gestärkt werden).

Diese Focussierung auf Sinne und/oder Empfindungen kann auch als "Wahrnehmungstraining" erlebt werden, denn oft sind wir im Alltag viel zu überlastet, um uns auf die ganzen Eindrücke aus unserer Umwelt so zu konzentrieren, uns ihnen gar passioniert hinzugeben (oder: in geschütztem Rahmen auszuliefern) oder sie überhaupt richtig "mitzukriegen" (wie oft übersieht man im Vorbeigehen etwas Schönes, achtet man nicht auf Geräusche etc… )

Sofern es ein primäres Ziel darstellt, mittels BDSM die Wahrnehmungsfähigkeiten zu stärken (ein/e Tantriker/in würde sagen: die Achtsamkeit zu schulen), nenne ich das sogar gern Wahrnehmungstraining bzw. Wahrnehmungsdisziplin (wobei ich Disziplin im selben Wortsinn wie bei Sportdisziplin benutze, englisch würde ich auch "perception sports" sagen wie z.B. in "watersports" bzw. "blood sports" …)

Natürlich ist das dann keinesfalls eine lustlose Sache, auch wenn sich das erstmal so vollkommen nüchtern anhören mag, sondern genau deswegen wollen ich und möchten vielleicht auch Sie das Wahrnehmungstraining (die perception sports) eben in den BDSM einbinden, damit es prickelnd, erotisch, geil ist … bzw. umgekehrt aufmerksam (achtsam, genußvoll, auskostend, sinnlich, sinnesfroh, sinnenbewußt, wach, wachsam) die Lust, die wir "sowieso" schon durch unsere "Lieblingspraktiken" oder unsere "Hauptfetische" bekommen, nochmal zusätzlich durch das hochbewußte bzw. hochsinnliche bzw. hochemotionale Erleben steigern, zu einem Highlight "higher than high" machen!


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