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Gesprächs-Aufbereitung

Wenn man verstanden werden will, kann es notwendig sein, nicht einfach mit den Gedanken und Gefühlen "herauszuplatzen", sondern ein Gespräch auf das Gegenüber / Zielpublikum hin zugeschnitten aufzubereiten, so dass dieser/dieses "zuhören kann".

Unser jeweils "natürlicher" Gesprächs-Stil ist nämlich ärgerlicherweise (sub-, mikro- und makro-)kulturell geprägt und es kann -leider zu oft- deswegen vorkommen, dass man das Gemeinte gemäß des Gewohnten interpretiert und/oder dass man einfach gar nicht allen Input "aufnehmen" kann bzw. es sehr "anstrengend" wird, wenn zusätzlich zur Inhaltsverarbeitung noch mit dem Verarbeiten des "Kultur-Crashs" beschäftigt ist. Damit dennoch Gespräche möglichst erfolgreich das bewirken, was gemeint ist, sollte man sie so transparent/userfreundlich wie möglich "anbieten"/darreichen.

Dazu gehört das Portionieren des Inputs in "verdauliche" Häppchen (Dauer eines Redebeitrags "en bloc", bevor das Gegenüber spricht) und das Benutzen einer "angenehmen Löffelgröße" beim "Füttern" dieser Häppchen (Satzlänge, Pausenlänge zwischen Sätzen), die Füttergeschwindigkeit und -weise (Redetempo und -tonfall), das gute Durchmischen von Sach- und Beziehungs-Inhalten (z.B. durch Einstreuen eines Witzes, um einen Tadel zu mildern und an die zwischenmenschliche Kumpelhaftigkeit zu erinnern), eine Beachtung von einzelnen Unverträglichkeiten (z.B. Soyamilch statt Milch; Triggerworte) und die angepaßte Wahl der gesamten Würzmischung (kulturabhängiger Geschmack; Höflichkeiten vs. Direktheiten; Rituale wie z.B. traditionelles Verneinen) und grundsätzlich bevorzugten Konsistenz (z.B. weichgespült oder derb).

Für die letztgenannten drei Elemente sind Übersetzungsleistungen notwendig. Es kommt insbesondere (leider viel zu) oft zu Mißverständnissen, sofern die "Wortangleichung" zuvor nicht perfekt genug erfolgte, um auch noch in Streßsituationen zu funktionieren. Bedauerlicherweise gibt es trotz bester Bemühung um Wortangleichungen auch manch unübersetzbare oder nach Übersetzung uneindeutige Worte (z.B. "danken"), die daher von Erklärungen begleitet werden sollten. Wenn beim Übersetzen zwangsläufig etwas "abgeschnitten" wird, sollte dies in einem Begleitsatz separat kommuniziert werden. Nur so lernt man einander kennen (für Beziehungsaufbau) bzw. dringt zum Gegenüber durch (für einmalige Sprachanlässe).

Dann kann das ganze Essen idealerweise noch mit passender Hintergrundmusik (Körpersignalen) begleitet werden, um eine möglichst angenehme (aufnahmebereite) Atmosphäre zu fördern.


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