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Herrin und Sklavin

(Private Story als Session-Entwurf für ein lesbisches D/S-Date)

Vieles hat sie bei mir schon erlebt, neue und intensive Erfahrungen mit S/M und Fetisch gemacht, aber sich doch nie wirklich in den D/S fallen lassen können. Sie besucht mich jedes Mal von neuem aufgeregt, wehrt sich innerlich gegen das, was ich ihr abverlangen könnte, genießt es dann doch. Kann sich aber niemals so weit fallen lassen, sich mir wirklich hinzugeben. Sich mir als meine Sklavin hinzugeben, mich als Herrin anzuerkennen. Sie windet sich aus meinen Fesseln, und ihr Scharfsinn für menschliche Schwächen verhindert es, dass sie sich wirklich unterwirft. Doch ihr Geist sehnt sich nach genau diesem Gefühl.

Es ist nicht realistisch, dass sie mich von Anfang an als dominantes Gegenüber anerkennt. Wenn ich ihr stumpfsinnige Befehle entgegenschreie, so wie es viele Kolleginnen bei ihren Heterokunden tun, wird alles in ihr aufmucken und sie wird mir den Gehorsam verweigern, anstatt mich zu bewundern. Das ist auch gut so, denn ich lehne selbst den “Illusionsverkauf” ab, bei dem Freier und Hure sich nur gegenseitig (und nicht selten auch sich selbst) belügen.

Wie immer möchte ich oben erst kurz mit ihr zusammensitzen, bevor die Session losgeht. Anders als sonst begrüße ich sie an der Haustür unten allerdings zwar mit der gewohnten Umarmung, aber sage dann in knappen, aber im Tonfall nicht künstlich überzeichneten Worten: “Zieh dich aus.” Verwundert guckt sie mich an, denn noch nie ist sie nackt durch meinen Hausflur gegangen, hat nie gleich im Eingangsbereich ihre Kleider ablegen müssen. Ihre Augen sagen “Nein” und gucken mich trotzig an. Ich sage erneut: “Zieh dich aus, Sklavin.” Ihr liegt ein “Du spinnst wohl!” auf den Lippen, aber bevor sie es ausspricht, sage ich: “Ich weiß, daß du dich noch nicht wie eine Sklavin fühlst. Aber du willst meine Sklavin werden, zumindest für die Länge einer Session, nicht wahr? Also erwarte ich deinen Gehorsam. Zieh dich aus - oder geh wieder!” Provozierend öffne ich die Haustür, weise mit der Hand nach draußen. “Geh raus!” sage ich nun bestimmt, ergänze aber sofort sanfter: “Wenn du dann in 10-15min bereit sein solltest, wiederzukommen und meinen Anweisungen Folge zu leisten, dann klingelst du nochmal.”

Sie schaut mich unschlüssig an, will etwas sagen, aber ich schneide ihr das Wort im Mund ab. “Du fühlst dich nicht als Sklavin, aber du WILLST Sklavin sein, nicht wahr? Also BENIMM dich wie Sklavin und gib unserem D/S wenigstens eine Chance. Nochmal: Zieh dich aus oder geh!” Natürlich kann ich sie nicht aus der Tür schieben, aber ich drücke doch mit den Händen gegen ihren Körper Richtung Ausgang, und tatsächlich verläßt sie erst nochmal die Wohnung. Sie steht schon halb draußen, und ich erkläre nochmal: “FALLS du wiederkommst, dann erwarte ich von dir, dass du dich unaufgefordert und wortlos ausziehst.” Dann mache ich zu, ohne ihre Reaktion abzuwarten. Wenn sie nicht wiederkommt, haben wir beide die Chance auf eine tolle Session verloren. Ich stehe drinnen und warte aufgeregt, ob sie sich auf mich einlassen wollen wird oder nicht.

Bevor ich im S/M jemanden zu etwas zwinge, brauche ich sein/ihr Einverständnis. Und wenn ich ihm/ihr körperlich nicht überlegen bin, muss sich dies auch darin zeigen, dass er/sie sich bereitwillig in eine Situation begibt (sich z.B. Fesseln und/oder Kontroll-Toys ohne Widerstand anlegen läßt ), in der ich die im Konsens an mich übertragene Macht dann ergreife und auch ohne weiteres Zögern benutze. Dies zu tun, habe ich ihr versprochen. Nun fehlt nur der konsensuelle Einstieg, ihre Selbstübereignung.

Sie klingelt und ich lasse sie rein, sage nichts, bedeute ihr nur mit den Händen, dass ich ihre Klamotten haben möchte. Sie ist schon oft genug bei mir nackt gewesen, um sich nicht wirklich vor mir zu genieren, sie findet nur die Situation noch immer bizarr. Aber nun zieht sie sich also brav im Flur aus, weil dies die Bedingung für das heutige Play ist. Wie sie es immer macht, legt sie ihre Kleidungsstücke ordentlich zusammen, bevor sie sie mir in die wartend ausgestreckte Hand legt. Ich nehme ihre Sachen und werfe sie unordentlich auf den Boden, so dass sie sich verstreuen und das sorgfältige Falten ad absurdum geführt wird. Es ist eine Geste der Macht, die ich übernommen habe für die nächsten drei Stunden: Ich mache kaputt, was du zu kontrollieren versuchst!

Als sie nackt ist, lege ich ihr einen Knebel an, achte dabei auf ihren Kiefer. Will ihr nicht wehtun, sondern nur das Maul vollstopfen. Das spürt sie, und so hält sie still, während ich beinah liebevoll und zärtlich die Knebelbacken in ihre Mundhöhle schiebe. Ich streichele sie ein bißchen, auf eine Art und Weise, die herablassend oder wohlwollend zugleich wirkt, wie ein Mensch ein Haustür streichelt oder eben eine Herrin ihre Sklavin. Dann lege ich ihr ein Halsband an und sage: “Sklavin. Das ist vielleicht nicht, was du gerade fühlst zu sein, aber das, was du sein willst. Sklavin - das ist dein Ziel. Werde meine Sklavin, Maite. Und nun krieche mit Sklavinnen-Stolz die Treppe hinauf.”

Was ich mit Sklavinnen-Stolz meine, habe ich ihr schon vorher erklärt: Niemand verlangt von ihr, dass sie sich gedemütigt fühlt, weil sie auf ihren Knien rutschen muss. Sie weiß ganz genau, dass ich ebenso neben ihr die Treppe hochkrabbeln würde, ohne mich dadurch erniedrigt zu fühlen. Es ist keine Schande, auf Knien zu kriechen, und somit ist dieser Befehl auch keine Entwürdigung ihrer Person. Im Gegenteil ist das Knien hier einfach eine Geste, eine Geste der Hingabe an das D/S-Gefälle, die ihr Herz sicherlich noch nicht aufbringen kann, aber ihr Körper bereits zeigen soll, weil es dann auch ihrer Seele hilft, sich darauf einzulassen. Dadurch, sich hinzuknien, signalisiert sie sich selbst und auch mir die Bereitschaft, Devotion zumindest zu versuchen. Sie gibt damit uns beiden ein Versprechen - das Versprechen, die Session nicht absichtlich zu boykottieren und meiner Führung zu vertrauen. Und diese Geste - nicht mehr, aber auch nicht weniger- fordere ich von ihr.

Hingabe kann nicht erzwungen werden. Weder von ihr noch von mir. Maite kann lediglich eine Entscheidung treffen und mit Selbstbewußtsein dazu stehen, sich mir als Sklavin hingeben zu wollen und mich als Herrin zu akzeptieren. Diese Entscheidung mit Stolz zu treffen, sich eben nicht selbst zu belügen, dass man sich gar nicht habe wehren können, dass man das alles nicht gewollt habe, sondern reflektiert sich für S/M und für D/S entschieden zu haben und dann mit dieser Geste und mit gehorsamer Grundhaltung auch den Einstieg zuzulassen, ihn mental und physisch vorzubereiten, das meine ich mit Sklavinnen-Stolz.

Sie kriecht die Treppe auf den Knien hoch, und ich gehe langsam hinter ihr her und denke darüber nach, worüber sie nachdenkt. Vielleicht ist die Treppe nicht ganz staubfrei und sie kritisiert “mylady” gedanklich - Maite ist sicherlich die ordentlichere von uns beiden. Aber dann mache ich erst mir und dann ihr klar, dass sie selbst schuld wäre, wenn sie sich in solchen vermeintlichen Objektivitäten verbeißen würde. Es hieße, Emotionen und Body-Sensations hinter der Vernunft der Sachlichkeiten zu verbarrikadieren. “Lass die Gedanken ziehen, sei nur Sklavin.” Sie würde sich ja selbst ihren Genuss verstellen, wenn sie ihrem inneren Beobachter zu viel Raum gäbe, zu kritteln und aufmüpfig rumzumotzen. Als Sklavin gehört ihr Kopf mir allein, unserem Tun, nicht äußeren Umständen - so soll es zumindest sein, und das muss sie noch lernen. Lernen zu ihrem eigenen Genuß, nicht etwa zu rein lächerlichen Erziehungsversuchen. “Lass die Gedanken ziehen, sei nur Sklavin” wiederhole ich.

Oben angekommen, weise ich der nackten Frau einen Platz, wo sie sich am Boden hinsetzen soll. Es ist ein kleines Latexkissen, ich setze mich daneben auf einen Stuhl und trinke Tee. Noch habe ich keine Windel an, aber ich werde zu gegebener Zeit wieder eine anziehen, denn das hatte letztes Mal so gut funktioniert.

Dass sie nun geknebelt und mit Halsband vor mir sitzt, ist wieder nur symbolisch: wir beide wissen, dass sie jederzeit aufstehen und gehen könnte und auch, dass ich selbst gar nicht ungern auf dem Boden sitze, also keine echte Hierarchie daraus ableiten kann und will. Ich streichele sie im Nacken, wieder wie ein Pet. Vielleicht gelingt es ihr, die Berührung unhinterfragt zu spüren und die damit verbundene sanfte Fürsorge und (aufgrund von Konsens einvernehmlich gewährte) Überlegenheit der Herrin über die Sklavin zu fühlen.

“Streck deine Arme vor” sage ich dann, im selben nüchternen, knappen Tonfall wie vorhin “Zieh dich aus.” Ich habe mir für die heutige Bondage etwas einfallen lassen, was vielleicht funktionieren wird - vielleicht auch nicht. Mit ihren schmalen, beweglichen Händen hat sie schon mancher Fessel entschlüpfen können. Ich lege ihr an, was ich mir für heute zur Verdickung ihrer Hände überlegt habe. Vorher maskiere ich allerdings ihr Gesicht, denn sie soll gar nicht so genau sehen, was ich da treibe. “Nicht denken, Sklavin” sage ich erneut - wissend, dass ihr wacher Geist alles analysieren will und genau das ihr die Hingabe schwer macht. Nur deswegen verlange ich nun auch einige stumpfsinnige Lächerlichkeiten von ihr, lasse sie immer wieder im Kreis über den Boden kriechen und Kommandos ausführen, die keinen Sinn ergeben. Nach jeder Runde frage ich sie, ob ihr Geist sich noch wehrt. Sie murmelt schlecht verständliche Antworten in ihren Knebel, und ich verlange von ihr, nur den Kopf zu schütteln oder damit zu nicken. Und sage ihr, wenn sie endlich im Subspace angekommen sei, dann solle sie sich demütig an meine Beine kuscheln.

Fußerotik hatten wir ausgeschlossen. Aber ich trage Pumps und Nylonstrümpfe, und zumindest an die Nylons meiner Unterschenkel wird sie ihre Wange schmiegen. “Du ahnst es schon: Auch das ist eine Geste der Devotion” erkläre ich ihr - “Aber mach es erst, wenn du dich wirklich danach fühlst!” Und das wiederum bedeutet, dass ich sie möglicherweise sehr lange im Kreis über den Boden kriechen lassen muss, um ihren Widerstand auszuhebeln. Also richte ich mich darauf ein, nun eine auch für mich eher langweilige Phase des Sklavinnentrainings zu absolvieren. Ich sitze und trinke meinen Tee, der meine Blase füllen soll für spätere NS-Spiele…..

“Nicht denken, Sklavin” sage ich immer wieder, während ich sie herumkreisen lasse. “Mir ist nur allzu klar, dass sich Ärger und Protest in deinem Hirn regen, aber als Sklavin TUST DU, was die Herrin verlangt. Und du WILLST Sklavin sein. Wir tun dies für dich, dies ist deine Chance, dein Sklavinnentraining.”

Eine ergebene Langeweile in ihrem Kopf ist besser als innere Auflehnung. Das weiß sie eigentlich, und ich sage es ihr wieder und wieder. Je eher sie mit Langeweile und Leere gefüllt ist, desto eher kann als nächste Etappe die Hingabe folgen. Je länger sie das alles, was wir tun, nur für “doof” hält und sich über Zeitverschwendung ärgert oder es infrage stellt und in ihren Gedanken nach mehr Action “quengelt”, desto länger muss die Trainingsphase dauern.

Für den Fall, dass sie sich irgendwann von selbst zu meinen Füßen senkt, kann ich danach mit der geplanten Session loslegen - auf Basis der Anerkennung als Herrin durch sie, meine Sklavin.

Tritt das gewünschte Erfolgserlebnis nicht ein, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Erziehung noch stärker zu verlangweiligen oder durch Zusatzkommandos aufzupeppen. Darüber werde ich als Herrin aber nach Gutdünken, Tageslaune und ggf. Harndrang entscheiden……


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