SessionberichteSinnlichkeit: Kleidung & Körper

Wollfetisch & Fessel-Lüste: Woolbondage & Verschnürungen

Als ich die Website von Lady Sara zum ersten Mal gesehen hatte, war ich sogleich begeistert. Da ist eine Domina, die einen ganz neuen Ton anschlägt, sehr differenziert schreibt und, wie es scheint, mit großer Freude alle möglichen Formen des BDSM ausübt. Allerdings habe ich gerade für meine eigene Präferenz auf der Vorlieben-Seite nichts gefunden. Ich bin ein ausgewachsener Wollfetischist im wahrsten Sinne des Wortes. Seit meiner frühesten Kindheit faszinieren mich dicke gestrickte Sachen. Schon früh hat sich bei mir im Zusammenhang mit Wolle eine eigene Sexualität entwickelt, die ich leider nur in sehr beschränktem Maße ausleben kann. Die Texte von Lady Sara haben mich so überzeugt, dass ich sie um ein Mail-Abo zum Thema Wollfetischismus ersuchte. Es ergab sich ein sehr intensiver Austausch zum Thema Wolle und Bondage. Die Empathie, die mir von Sara entgegengebracht wurde, war einzigartig.

Glücklicherweise war es mir relativ kurz darauf möglich, mit ihr eine Session zu vereinbaren. Der Empfang bei ihr war überaus herzlich. Der Mail-Austausch brachte es mit sich, dass wir uns fast wie alte Freunde begegnen konnten, obwohl wir uns noch nie gesehen hatten. Mit dieser positiven Stimmung gingen wir beide in die Session.

Da für sie der Wollfetischismus neu war, haben wir zu Beginn die Rollen gewechselt. Ich habe ihr meinen wunderbaren Wollsack übergezogen und unter den Füßen sowie über dem Kopf zugebunden. So konnte sie auch mal spüren, welches Gefühl die Wolle auf dem Körper auslösen kann. Ich fesselte sie dann auf einen Stuhl und schnürte sie von Kopf bis Fuß mit Seilen, Gummibändern und Schals ein. Wie ich später im Gespräch darüber erfahren hatte, ließ sie die Wolle in eine große Ruhe sinken, die ich mit meinen Fragen und Äußerungen während des Fesselns fast gestört hätte. Auch ich kenne diese Ruhe, die die Wolle auf mich ausüben kann – ein wunderschönes Gefühl. Allerdings – nun in der Session stand mir der Sinn nicht nach Ruhe.

So sind wir denn anschließend wieder in unsere „normalen“ Rollen geschlüpft. Was nun folgte, war großartig.

In einer ersten Runde zeigte ich ihr, wie ich mich selbst jeweils in eine Decke einwickelte, in komplett zusammengekauerter Stellung. Nur musste ich mich jeweils ja wieder selbst befreien können, was immer ein unbefriedigendes Gefühl hinterlässt. Ich denke, jeder Bondage-Liebhaber, der Selfbondage macht, kennt dieses Gefühl.

Nicht so heute! Kaum hatte ich mich in die Decke eingewickelt und die Arme eingezogen, begann sie mich zu verschnüren. Und wie!! Es lässt sich kaum beschreiben. Dieses wunderbare Gefühl, wehrlos in Wolle mit angezogenen Beinen verschnürt zu werden. In der „Angst“, dass immer noch eine Schnürung hinzukommt, dass es eigentlich schon viel zu eng ist und trotzdem weitergeht. Und es geht weiter! Bis ich es fast nicht mehr ertrage. Lady Sara kennt hier kein Erbarmen.

Dann die zweite Runde. Sie hat für mich Schlauchbandagen besorgt, die normalerweise bei Gipsbondagen benötigt werden als Schutzbandagen zwischen Gips und Haut. Solche Bandagen gibt es auch für den Rumpf. Und die sind genau nach meinem Geschmack. Sie steckt mich von Kopf bis Fuß in eine solche Röhre und bindet sie unter den Füßen und über dem Kopf sehr eng ab. Dann muss ich in diesem Kostüm unter den Flaschenzug wackeln, damit sie diesen über dem am Kopf abgebundenen Rest der Bandage befestigen kann. So fixiert, stehe ich da, kann zum Glück nicht umfallen und muss über mich ergehen lassen, was kommt.

Und was kommt, ist etwas, das ich noch nie erlebt habe. Sie verfügt über ein Ganzkörper-Korsett, das sie mir nun umlegt, aber die Arme stecken ja in der Schlauchbandage, das heißt, sie nimmt die Arme gleich auch ins Korsett rein.

Das wird nun wirklich total. Ich stehe vollkommen eingeschnürt in Schlauchbandage und Korsett, über dem Kopf am Aufzug fixiert und nun – ich glaube es kaum – wickelt sie mich zusätzlich noch in Folie ein. Danach passiert etwas im Bereich meines Penis und es folgen weitere Umschnürungen in dieser Gegend. Ich weiss nicht, was sie gemacht hat, werde es aber sogleich spüren. Es handelt sich um einen Vibrator, den sie mir umgeschnürt hat und den sie nun natürlich auch anschaltet und nach einer Weile auf die höchste Stufe schaltet. Das bringt mich nun in neue Dimensionen. Zwar reicht es noch nicht für einen Orgasmus aber mein ganzer Körper vibriert und ist dauernd auf Hochtouren. Dass sie mir nun zusätzlich noch eine Wolldecke über den Kopf zieht und verschnürt, spüre ich ob der permanenten Vibration in meinem ganzen Körper schon kaum mehr.

Irgendwann, nach langer Zeit, löst sie mich sukzessive aus meiner misslichen Lage und befreit mich ganz langsam.

Die Pause habe ich nun wirklich nötig. Klar ist aber auch, dass es noch weitergeht. Nicht mehr mit Wolle, aber dafür mit Zwangsjacke und High-Heels-Stiefeln, die bis zu den Knien reichen. Sie schnürt sie zu, begnügt sich aber nicht damit, sondern schnürt sie mit einer zusätzlichen Schnürung zusammen. Gefesselt in der Latex-Zwangsjacke und mit zusammengebundenen Beinen befestigt sie mich auf einem Stuhl, ergänzt die ganze Sache mit aufblasbarem Knebel und Maske, verbindet meine gefesselten Füße mit dem Aufzug und zieht diesen hoch. Und nun kommt das Finale. Sie beginnt, ein Gestell aufzubauen, das sich als Halterung für die Venus 2000 entpuppt. Mein Penis liegt nun ja schön frei und es geht los. Das zu beschreiben hat keinen Sinn. Man(n) muss es erlebt und gespürt haben. Wehrlos bin ich der Maschine ausgeliefert, die sie nach Belieben immer etwas mehr aufdreht, bis in mir die Dämme brechen.

Dann folgen die langsame Befreiung, das Aufatmen, die Freude über das Erlebte und ein herzlicher Abschied.

Liebe Sara, vielen Dank, es war wunderbar und es wäre schön, wenn es wieder einmal eine Begegnung gäbe. Es gibt noch so viel zu tun!

Anmerkung von Lady Sara:

Teils wurden hier die Lust an Wolle (Wollfetischismus) und Fesselung (Bondage) kombiniert zu Wool-Bondage, teils werden auch die Sinnlichkeit von Wolle und das Gefühl von anderweitiger Enclosure und Fixierung separat genossen. Über Wollfetischismus gibt es inzwischen auch einen eigenen Unterabsatz bei den Materialfetischen, und zu Woolbondage werde ich auch noch bei Enclosure einen Unterabsatz schreiben… es war auch für mich selbst eine ganz tolle Erfahrung, mich auf das Erleben des Wollkokons einzulassen!


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