Vorlieben

Rollenspiele rund um "dunkle" Themen : Dark BDSM / Dark Fetish

Vorab möchte ich betonen, dass es im Folgenden immer um einvernehmliche Rollenspiele zwischen wohlreflektierten, mündigen Erwachsenen gehen soll !

Sanety und Consensuality sind immer -sowohl nach ssc-Ethik als auch nach rack-Ethik- wesentliche Bestandteile von BDSM, somit auch von "Dark BDSM".

(Bei echter Gewaltzufügung mit einseitigem Lustempfinden seitens eines aktiven Täters, jedoch ohne Einvernehmen mit dem passiven Part und somit einem tatsächlichen und nicht nur rollenspielerischen Opfer, spricht man hingegen von Realsadismus - hiervon möchte ich mich ganz klar distanzieren!)

Sanety von Dark BDSM

Als dunkel (engl: dark) bezeichnet man es im Szene-Jargon, wenn in (derartig der BDSM-Ethik unterliegenden!) Rollenspielen ganz gezielt unethische ("dunkle") Handlungen fantasiert und/oder in Szene gesetzt werden - insbesondere Gewalt und/oder Mißbrauch und/oder Tötung und/oder Inzest.

Hier kommt regelmäßig - auch unter BDSMern- die Frage auf, ob das nicht krank, abartig und moralisch verwerflich sei.

Die Frage nach "Sanety" oder "Insanety" einer sadomasochistischen Fantasie und/oder Rollenspiel-Inszenierung kann man aber auch für "Dark BDSM / Dark Fetish" nicht objektiv verallgemeinern - auch subjektiv kann ich eine Einschätzung darüber nicht vornehmen, ohne die dazugehörigen Menschen, ihre Hintergründe, ihr persönliches Selbstverständnis und ihr BDSM-Selbstverständnis und ihre Motivationen zu kennen. In einem einvernehmlichen Rollenspiel eine nicht-einvernehmliche Szene nachzuspielen, kann absolut okay sein, sofern damit real jenseits des BDSM die Uneinvernehmlichkeit nicht glorifiziert wird - während im Gegensatz dazu selbst die unumstrittensten Praktiken von "normalem Geschlechtsverkehr" oder "harmlosem BDSM" trotz Einvernehmlichkeit auch unter den falschen Umständen ein Ausdruck von realer Aggression oder realer Autoagression (z.B. bei Borderlinern) und somit "insane" sein können.

Ich möchte also Pauschalurteile vermeiden und bemühe mich, sofern nicht ohnehin eine Anfrage schon mit meinen ganz persönlichen Tabus kollidiert, die jeweiligen Menschen, ihre Sehnsüchte und ihre Motivationen zu verstehen, bevor ich in konkreten Einzelfällen entscheide, an welchen (selbstverständlich nur einvernehmlich unter mündigen Erwachsenen durchgeführten) Rollenspiel-Sessions ich beteiligt sein möchte und an welchen nicht. Üblicherweise ist es mir wichtig, zunächst ein Plauderdate zu führen, bevor ich meine Entscheidung treffe, was sich für mich subjektiv stimmig und "sane" anfühlt.

Zu beachten ist auch, dass oftmals die Grenzen zwischen Rollenspiel-Themen, die in der D/S-Community geradezu gang & gäbe sind (Beherrschung, Lustfolter, Bestrafung, Überwältigung) und solchen, die als "dark" angesehen werden, fließender sind, als es auf den ersten Blick scheint. Lediglich denkt heutzutage kaum noch ein BDSMer bei den "gängigen" Rollenspielthemen überhaupt an ihren grausam-gewaltvollen Ursprung (z.B. im real grausamen Mittelalter), sondern bereits an ihre lustbesetzte Inszenierung im BDSM-Kontext.

Erstaunlicherweise erwiesen bzw. erweisen sich manche Szenarien, die auch auf mich rein von der Thematik her erstmal abschreckend/erschreckend wirken oder wirkten, nach einer ausführlichen Vorbesprechungsphase mit den richtigen Spielpartner/innen als durchaus reizvolle Session-Themen - BDSM mit o.g. Ethik vorausgesetzt. Mit anderen Szenarien fühle ich mich, ggf. auch nach Hinterfragen der Motivation, subjektiv partout nicht wohl und lehne ihre Umsetzung dann als persönliches Tabu natürlich ab.

Tötungsfantasien / Tötungsrollenspiele

Als Höhepunkt eines Folterszenarios finden manche Menschen in der Tötungsfantasie bzw. im Tötungsrollenspiel eine erotische Erfüllung. Eine Sonderform des Tötungsrollenspiels ist sicherlich die Schweineschlachtung (Mix aus Tötungsrollenspiel und Petplay), aber es gibt auch Schlachtungs- und andere Tötungsrollenspiele aus dem Bereich des Kannibalismus, Henkers- und andere Hinrichtungs-Rollenspiele, Spiele rund um Gatten- und Partner/Affären-Morde - neben nicht einvernehmlichen Tötungsdelikten können auch einvernehmliche Liebesmorde ("ich will für dich sterben"), freiwillige Götteropfer ("ich will für eine Gottheit sterben") o.ä. rollenspielerisch umgesetzt werden.

Rape Play

Einvernehmliches Nachspielen nicht-einvernehmlicher Vergewaltigungen ist unter BDSMern weitgehend akzeptiert, obwohl auch hier ein heikles und moralisch zu verurteilendes Verhalten rollenspielerisch erotisiert wird, als "dark" zählt insbesondere allerdings Incestplay / Dark Ageplay.

Incest Play

Die spielerische Inszenierung von Inszest geht oft, aber nicht immer, mit Rape Play und/oder Dark Ageplay einher - es kann auch eine einvernehmliche Inszestbeziehung zwischen z.B. volljährigen Geschwistern das Thema eines Dark BDSM Roleplays sein.

Dolcett Play - Kannibalismus

Als Dolcett Play bezeichnet man Rollenspiele, deren Szenarien sich an den Werken des kanadischen Comiczeichners Dolcett orientieren, bzw. die in eine vergleichbare Richtung gehen. Typisch ist für diese sehr umstrittenen Comics eine gewaltsame oder vom Opfer gewünschte Tötung mit üblicherweise vorhergehender roher Sexualität und nachfolgender Verspeisung (Gynaphagie, sofern eine Frau kannibalistisch verspeist wird bzw. Androphagie, sofern ein Mann Opfer der Kannibalin oder des Kannibalen wird).

Verstümmelungs- und Kastrations-Rollenspiele

Ähnlich einer Tötungsfantasie gibt es bei vielen Männern auch die Fantasie, dass ihnen nicht das Leben, sondern nur die Männlichkeit genommen wird. Auch dieses Thema ist dem Dark BDSM / Dark Fetisch zuordnen.

Weitere oder speziellere "dunkle" Themen

Sicher ist o.g. Liste nicht ausschöpfend, aber ich denke, es wird klar, in welche Richtung Dark BDSM / Dark Fetisch geht. Bei den Tötungsfantasien gibt es z.B. noch verschiedene Themengruppierungen (z.B. Inquisition, Völkermord, Verbrennung, Verschlingung, Zerquetschung, Guillotinierung etc.), die jeweils ihre eigenen Fans haben.

Nochmals möchte ich betonen, dass ich nur dann von BDSM spreche, wenn die Beteiligten sich "sane" (und insbesondere in der Lage, erotische Fantasie und spielerische Inszenierung deutlich als solche zu erkennen und über die eigenen Beweggründe auch in Meta-Kommunikation zu reflektieren) für derartiges zu entscheiden. Ich lehne Realsadismus, reale Gewalt und reale Nötigung/Mißbrauch/Verführung zu Illegalität etc. moralisch zu 100% ab und unterstütze auch grundsätzlich keine Sessions, die mir geeignet erscheinen, jemanden zu derartigen Handlungen zu inspirieren.

Private Stories und Rollenspiel-Sessions rund um "dunkle" Themen

Manches kann bis zum bitteren Schluß zwar fantasiert (ausgedacht & niedergeschrieben) werden, aber im praktischen Rollenspiel nur angedeutet. Zum Beispiel kann in der Geschichte ein Mensch aufgegessen werden, während ich dies in einem Rollenspiel vor allem mit Verbalerotik umsetze und die Fiktion mit geeigneten Accessoires (z.B. Messer und Gabel) unterstütze. Sofern ich mich -nach vorbereitendem Plauderdate- mit dem Sessionpartner und dem Setting wohlfühle, schreibe ich sehr gern individuelle Private Stories, die entweder als Selbstzweck zur erotischen Lektüre oder auch zudem als konkrete Sessionvorbereitung dienen können. Zum Beispiel habe ich konkret zu Vorarephilie (= Verschlingung) und Verbrennung bereits ein paar mitreißende Texte verfasst und widme mich gern auch noch weiteren Themen. Wie es bei Rollenspielen grundsätzlich der Fall ist, benötigen Sie auch beim "Dark Play" einen offenen Geist und Hingabebereitschaft, sich auf die von mir passend zu Ihrer Fantasie geschaffene Atmosphäre einzulassen.


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