Vorlieben

Gips-Fetisch / Gips-Bondage

Es gibt verschiedene Motivationen, im BDSM-Kontext Gips oder gipsähnliche Materialien einzusetzen. Der Prozeß des Eingipsens eines Körperteils oder des gesamten Körpers, insbesondere mit Naturgips (Gips-Pulver zum Anrühren bzw. medizinische Gipsbinden), kann ein sinnliches Erlebnis sowohl für den aktiven als auch für den passiven Part sein. Der ausgehärtete Gips (oder Kunstfiber, die schneller als Naturgips steif wird) dient der Immobilisierung der Gliedmaßen bzw. des ganzen Körpers und ist somit als Sonderform des Bondage für diejenigen Subs besonders reizvoll, die sich nach nahezu vollständiger Unbeweglichkeit sehnen. Aber ein Gipsarm oder Gipsbein können auch einfach schön aussehen - es gibt Fetischisten, die ihre Vorliebe speziell auf SLWC (short leg walking casts), LLWC (long leg walking casts), SAC (short arm casts), LAC (long arm casts) oder aber auf den Rumpf einschließende Gipskorsette legen und diese Varianten besonders gern an Personen des bevorzugten Geschlechts anschauen oder selbst am eigenen Körper tragen möchten. Mein persönliches Highlight ist der Fullbodycast, eine Ganzkörper-Vergipsung, bei der nur der Kopf (oder sogar nur das Gesicht) freibleiben…

Sexy eingegipste Körperteile und Fullbodycasts

Vielleicht vermischen sich bei Ihnen Gips-Fetischismus und Body-Worship, und Sie möchten gerne Teile meines Körpers in Gips anhimmeln, berühren, streicheln oder ggf. auch Ihren Penis / Ihre Vagina gegen meinen Gipsleib pressen. Oder Sie wünschen sich, daß ich Ihnen geduldig und zärtlich einen Gipsverband anlege, oder dies auch dominant in ein strenges Klinik-Rollenspiel einbinde. Man kann verschiedene Bondage-Posen mittels Gips quasi "in Stein meißeln" oder Sie mit einem Fullbodycast gar zu einer völlig starren Statue machen: ob ein Strappado mittels Gips erzwungen wird oder aus diesem Material ein starrer Monoarmschuh oder Monobeinschuh geformt wird oder sich eine Gipshülle um Sie beinah so schließt wie ein maßgefertigter Sarg/Kokon/Käfig.

Das Anlegen und (partielle) Entfernen der Gipsverbände

Für manche Gipsfetischisten ist das Anlegen der Gipsverbände lustvoller Selbstzweck: das Herummatschen mit dem glibberigen Material ist -zumindest bei Echtgips- "wet & messy“, das Nachmodellieren eines Körpers lenkt die (zärtlich-anerkennende) Aufmerksamkeit des aktiven Parts auf die Körperformen des/der Passiven bzw. führt diese/n n eine intensive Body Sensation. Das Eingipsen kann somit Bestandteil der Session sein, sogar Primärzweck - es kann aber auch als lediglich notwendige und vielleicht gar lästige Vorbereitung für die beabsichtigte Voll-Ruhigstellung empfunden werden. Insbesondere ist das Anlegen eines Fullbodycasts gar nicht so einfach, da man den Sub erst in geeignete und dennoch zugängliche Positionen stellen, legen und/oder binden muss… wird z.B. eine flache liegende Position angestrebt, hat es sich bewährt, sitzend mit einem Oberkörpercast zu beginnen, dann stehend mit einem Po- und Oberschenkelverband fortzufahren und schließlich den Sub dann mittels Flaschenzug langsam in die Liegeposition herabzulassen, wo dann schließlich noch die Unterschenkel eingegipst werden.

Mit speziellen Gipssägen und/oder -scheren wird der Gips schließlich abgenommen. Insbesondere wenn Echtgips noch nicht ausgehärtet ist, ist die Benutzung einer Schere unverzichtbar, ggf. kann jedoch mit der Oszillationssäge vorgearbeitet werden. Auch Kunstfiber wird mit oszillierenden Sägen aufgeschitten - die Wahl des richtigen Sägeblattes ist wichtig, damit dieses nicht überhitzt. Die Prozedur der "Befreiung" kann als unangenehm empfunden werden, gerade die Vibrationen der Oszillationssägen können aber auch erregend wirken. Im BDSM-Play ist es übrigens üblich, dass ein anfangs komplett eingegipster Körper auch erstmal nur im Genital- und/oder Brustbereich freigelegt wird.

Brust- bzw. schrittoffene vs. geschlossene Gipskorsetts / Fullbodycasts

Wie oben erwähnt, werden die Intimzonen oftmals freigesägt oder von Beginn an frei gelassen, um dann ein erotisches Spiel einzuleiten… ein solches wird wegen der absoluten Wehrlosigkeit des Passiven oft einvernehmlich als Mißbrauchs-Play (gespielte Vergewaltigung etc.) inszeniert, kann aber auch ohne Rolleninszenierung genossen werden.

Während medizinische Korsetts grundsätzlich schrittoffen sind, damit Harnfluß und Kotausscheidung nicht blockiert werden, wird dies im BDSM-Szenario individuell besprochen: vielleicht genießen Sie es auch, einen Katheter oder eine Windel zu tragen oder lustvoll in ihren Gips zu strullern. Oder im Gegenteil kann der Gips Sie bei entsprechender Scham auch zum Einhalten Ihrer Notdurft zwingen und so bewußt im Piss Control Play eingesetzt werden. Auch sind die Tragedauern wohlmöglich kurz genug, um Piss Play gar nicht thematisieren zu müssen - dann kann ein komplett mit dem Gips bzw. Cast verschlossener Schritt natürlich auch als temporärer Keuschheitsgürtel herhalten … wobei ich allerdings aus eigener Erfahrung von Orgasmen im Fullbodycast zu berichten weiß, die wiederum ihren ganz eigenen Reiz haben!

Naturgips oder Fibercast

Ein Fibercast-Verband ist wesentlich schneller anzulegen als ein Echtgipsverband: Fibercast ist einfacher zu handhaben, bindet schneller ab (= behält schneller seine Form bei) und trocknet schneller durch. Wenn es primär um effizientes Bondage geht, ist Fibercast zu bevorzugen. Allerdings ist das Material deutlich teurer.

Mit Naturgips (meist: Naturgipsbinden) kann schöner "geschmuddelt" werden, der Prozeß des Anlegens ist sinnlicher. Gerade bei einem Fullbodycast kann es allerdings nach dem Abklingen des ersten Wärmegefühls empfindlich kalt unter dem noch nicht durchgehärteten Gips werden. Gegen das Auskühlen beuge ich im Bedarfsfall mit Heizlüftern und Wärmedecken (u.a. schön medizinisch mit gold-silbernen Notfall-Rettungsdecken) vor.

Ein am Ende der Session nur unvollständig durchgehärteter Gipsverband ist schwerer zu entfernen. Sofern der gewünschte Reiz der Gips-Session erst nach Vollendung des Durchhärtens eintritt, lohnt sich u.U. eine Kurzzeitsession überhaupt nicht. Für Kurzzeit-Play ist somit ein Fibercast die bessere Wahl.

Bei allen Cast- bzw. Gips- Materialien ist zu bedenken, daß die Befreiung aus den jeweiligen Stellungen immer (auch im medizinischen Notfall) einen gewissen Zeitaufwand erfordert. Selbst wenn ich Sie mit einem Pieper versehe, können ich oder der Notarzt Sie möglicherweise nicht rechzeitig - insbesondere aus einem Fullbodycast - herauslösen. Besteht bei Ihnen zum Beispiel bekanntermaßen eine erhöhte Gefahr für Schlaganfälle, Thrombosen oder ähnliches, ist das passive Ausleben des Gipsfetischismus (zeitlich und/oder auf kleine Flächen) sorgfältig bedacht eigenverantwortlich einzugrenzen oder völlig zu vermeiden. Auch ein Wadenkrampf oder eine Psycho-Panik sind in der strengen Fixierung eines nicht schnell lösbaren Gipses kein Vergnügen. Die gründliche Abwägung der Risiken -je nach Geistes-/Gesundheitszustand und Gelenkigkeit des Passiven- ist daher unverzichtbar wichtig!

Kleidung, Schlauchverbände, Polsterwatte, Creme oder nackte Haut

Was trägt man eigentlich unter dem Gips? Hier gehen die Präferenzen deutlich auseinander. In der Medizin wird mit zur leichteren Benutzung einer Oszillationssäge mit Schlauchkleidern, Schlauchstrümpfen bzw. Schlauchbodies sowie zur Schonung der Gelenke mit Polsterwatte gearbeitet, im Fetischbereich können unter dem Gips natürlich auch andere Material- oder Kleidungsfetische (z.B. Daunenfetisch zur Polsterung, Strumpfhosen und Langarmbodies bei Nylon- und Dessousfetisch etc.) getragen werden. Bitte beachten Sie, daß die entsprechende Kleidung beim Auftrennen des Gipses nahezu zwangsläufig zerstört wird.

Manch einer liebt auch eine dicke Creme-Schicht, wie es z.B. von Gipsmasken her bekannt ist.

Reine Gips-Materialfetischisten und einige Wet-and-Messy-Begeisterte wollen den Gips auf nackter Haut spüren und nehmen dafür die Unannehmlichkeiten (z.B. Verkleben mit Körperhaaren, sofern nicht zuvor glatt rasiert wird) gern in Kauf.

Gern stelle ich mich diesbzgl. auf Ihre Präferenz ein.


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