Die Macht der Femdom über den Orgasmus

Auch bei gleichgeschlechtlichen Paaren und in BDSM-Konstellationen mit männlichem Top und weiblicher Sub werden sowohl nette als auch fiese Spiele rund um den Orgasmus praktiziert.

Doch insbesondere wenn eine Femdom einen männlichen Sklaven damit quält, wird gerne die Geschlechterhierarchie auch noch verbalerotisch mit in das D/S-Szenario einbezogen: die weibliche Kontrolle des männlichen Orgasmus hat für viele Subs nochmal einen ganz eigenen Reiz…

Zwischen den folgenden Orgasmuskontroll-Methoden gibt es Überschneidungen, ich möchte aber jeweils ihre Hauptcharakteristika beschreiben.

Tease and Denial

Beim "Tease and Denial" wechseln sich erotisches Aufreizen und gezieltes Abturnen miteinander ab. Dies kann z.B. so geschehen, dass die Lady ihren Sklaven heftig wichst und dann ganz abrupt damit aufhört, wenn der Schwanz in höchster Erregung zuckt. Sie kann aber auch zusätzlich noch ein Schmerzreiz (z.B. Stromstoß) oder Kälteschock ganz bewusst im entscheidenden Moment einleiten, um die Erregung abzubremsen. Nach einer Weile wird dann die sexuelle Stimulation wieder aufgenommen, aber auch dieses Mal darf Subbie noch nicht spritzen… "Tease and Denial" in seiner engeren Bedeutung ist also absichtliches Hinhalten über einen möglichst langen Zeitraum, bei dem die Grenze zum Orgasmus immer wieder gestreift wird, ohne überschritten zu werden.

Wörtlich übersetzt bedeutet "Tease and Denial" Reiz und Verweigerung. In seiner weiteren Bedeutung muss sich dies nicht auf genitale Stimulationen beziehen, sondern kann alles betreffen, womit ich Sie erotisch reizen und was ich Ihnen verweigern kann. Charakteristisch ist das ständige Auf und Ab. Es kann auch z.B. auch rein als Psycho-Spiel aus einem Double-Bind aus Flirt (Hoffnung-Machen) und Demütigung / Erniedrigung bestehen.

Ob letztlich ein "Happy-End" in der Befriedigung des Reizes erreicht wird oder nicht, ist bei "Tease and Denial" prinzipiell offen. Es kann eine verspielte Neckerei sein - wie wenn man einem Haustier ein Futterstück hinhält und es ihm immer wieder wegzieht, bis man es ihm schließlich doch überläßt und es dies glücklich mampfen darf. Es kann aber auch sadistisch-dominantes CBT / Psychospiel / Fetisch-Spiel sein, bei dem der Sklave hinterher "unerlöst" nach Hause geschickt wird und dies von vorneherein feststeht - oder aber dies den spontanen Launen einer dominanten Herrin überlassen wird.

Cum Control

Cum Control heißt wörtlich übersetzt "Abspritz-Kontrolle". Eine totale Cum Control bedeutet, dass die Femdom über alles bestimmt, was mit dem Samenabgang des männlichen Sklaven zu tun hat: das OB und das WANN und das WIE.

Zum "Wie" kann auch eine Zwangsabmelkung ohne Orgasmus zählen.

Jedoch ist gerade im Studiokontext für viele Subs das Anstreben eines lustvollen Höhepunktes zum Sessionabschluß entscheidend für das stimmige Gefühl einer gelungenen Spielbegegnung. Insofern kann man auch eingeschränktes Cum Control betreiben: die Herrin bestimmt dann -mit oder ohne vorhergehendes "Tease and Denial" - nur noch über das WIE.

Wichskontrolle

Die (totale oder eingeschränkte) Cum Control kann auch so aussehen, dass die Lady nicht selbst Hand (oder Maschine, vgl. Venus2000) anlegt, sondern den Sub nach Kommando wichsen läßt: bei großem D/S-Gefälle zwischen Domina und Sklave ist dies oftmals die angemessenere Form.

Soweit die Kontrolle das "Wie" betrifft, spricht man auch von einer Wichsanweisung.

Wichsanweisung

Das Wichsen kann je nach Setting ein "Anwichsen" oder ein "Fertigwichsen" sein.

Ein "Tease and Denial"-Vorgehen ist im Anwichs-Prozess möglich, wenn die Herrin dem Sub auch Abbrems- oder Stopp- Befehle erteilt. Diese können rein verbal sein (ein Kommando, dem der Sklave umgehend zu gehorchen hat) oder auch mit Schmerzreizen gekoppelt.

Wichsen kann aber auch ein Endspurt zum Orgasmus sein, bei dem sie lediglich die Art und Weise vorgibt, wie gewichst werden soll - z.B. mit der "falschen" Hand, oder sich nur wie ein Hund gegen ihre Beine reibend…

Spannend sind auch Anweisungen mit Ultimatum: "Ich zähle jetzt bis … , und wenn du bis dahin kommst / nicht kommst, dann …"

Wichsanweisungen eignen sich übrigens auch gut für Fernerziehungen (schriftliche Anleitung bzw. Anweisungen am Telefon oder an der Webcam).

Wichsverbote

Wird hingegen das aktive Wichsen oder auch das passive Mitreiben (z.B. Zucken unter ihrer Hand) kurzfristig oder langfristig verboten, spricht man von einem Wichsverbot. Ein kurzfristiges Wichsverbot kann Bestandteil von "Tease and Denial" sein, ein mittel- oder langfristiges Wichsverbot (oft über die Session hinaus) zählt bereits zur Keuschhaltung eines Sklaven.

Wird das Wichsen nach einer Session nur für einen Zeitraum von wenigen Stunden oder Tagen verboten, dann kann das "Wichsen daheim" quasi noch als verzögertes "Finale der Session" angesehen werden. Oft rekapituliert der Sklave dabei detailliert die Session und/oder befolgt Wichsanleitungen der Lady. Der erste Orgasmus nach der gemeinsam verbrachten Zeit ist dann noch klar der Session zugeordnet und bildet ihren "runden Abschluß".

Keuschhaltung

Mancher Sklave möchte sich seiner Lady jedoch nicht nur für begrenzte Dauer, sondern langfristig unterordnen und für sie dauerhaft keusch sein. Meist ist dazu gar kein Wichsverbot ihrerseits nötig, sondern er bietet einen freiwilligen Wichsverzicht an. Egal ob sie seine Keuschheit verlangt oder er sie ihr schenken möchte, spricht man von Keuschhaltung. Diese kann durch einen Keuschheitsgürtel unterstützt werden.

Keuschheitsgürtel

Das Anlegen eines Keuschheitsgürtels dient meist der oben erwähnten Dauer-Keuschhaltung, natürlich kann ein Keuschheitsgürtel auch kurzfristig eingesetzt werden, um z.B. in einem "Tease and Denial" mechanisch bei sehr viel "Tease" - da er üblicherweise eine volle Erektion verhindert - das "Denial" quasi von alleine auszulösen.

Das befristete Anlegen eines Keuschheitsgürtel kann auch eine Strafmaßnahme -z.B. nach Verstößen gegen ein zunächst nur verbal erteiltes Wichsverbot- sein, sowie bei einem unbeaufsichtigten Wichsverbot ein Kontrollmittel gegen unerlaubte Schummeleien oder bei einem undisziplinierten, aber willigem Sklaven, ein Hilfsmittel, um ein Wichsverbot "durchzustehen".


© copyright 2005-2017 domina-frankfurt.net