Vorlieben Nylon-Fetischismus

Strumpf-Erotik: Feinstrumpfware (Nylons) und anderes …

Die Vorliebe für Damenstrümpfe und Damenstrumpfhosen (oft, aber nicht immer, Feinstrümpfe bzw. Feinstrumpfhosen) und Dessous/Catsuits/Zentais aus strumpfhosen-typischen Feinmaterialien kann Bestandteil von Materialfetischismus (z.B. Nylon bzw. Seide, seltener auch Baumwolle o.ä. - je nach fetischistischer Präferenz) bzw. von Fuß- & Bein-Erotik bzw. von Dessous-Vorliebe sein.

Sinnliches Anziehen von halterlosen Nylon Struempfen

Außerdem kann das Eingehülltsein in mehrere Schichten der entsprechenden Kleidungsstücke oder das Gefesseltwerden mit Strümpfen/Strumpfhosen eine spezielle Variante von Encasement bzw. Bondage sein.

Für Transvestiten, Transgender und Crossdresser kann das Tragen von Damenstrümpfen auch Bestandteil der Feminisierung sein bzw. ihre Geschlechtsidentität symbolisieren.

Es gibt also verschiedenste Beweggründe für die erotische Lust an "Nylons und co". Im Folgenden beleuchte ich einige der o.g. Aspekte näher (zunächst primär für Feinstrumpfhosen, aber auch in unteren Abschnitten für Netzstrümpfe/strumpfhosen und Funktionsstrümpfe) und bin auch gern noch offen für weitere Inspirationen.

Nylon, Seide oder andere Materialien

Traditionell wurden Strumpfwaren aller Art aus Wolle bzw. Baumwolle gefertigt, später kamen feine chinesische Seidenstrümpfe in Mode, und schließlich wurden industrielle Kunstfasern synthetisiert - dazu zählen das originale Nylon (PA 6.6) sowie andere unter der diesem Gattungsnamen oftmals mitgemeinte Synthetikfasern. Seide und Kunstfasern ist gemeinsam, daß sie hauchzart verarbeitet werden können und dann transparent die Haut durchscheinen lassen.

Die Feinheit bzw. der Grad der Transparenz werden im Denier-System gemesssen, eine Strumpfhose mit sehr hohem DEN-Wert ist nahezu undurchsichtig, während ein niedriger DEN-Wert auf eine sehr feine und somit sehr durchsichtige und sehr elastische Strumpfware hinweist. Die chinesische Seidenindustrie hat dieses System bereits verwendet, dabei entspricht 1 DEN einer Garnstärke von 1g/9000m Garnlänge.

Bein-Verehrung oder die nylon-umhüllte Intimzone

Möglicherweise lieben Sie das dünne Feinstrumpfhosen-Material deswegen, weil es die Beine perfekt formt und zur Geltung bringt. Vielleicht lieben Sie das Gefühl, die bestrumpften Füße Ihrer Herrin zu küssen oder die Waden und Schenkel zu streicheln, vielleicht möchten Sie Ihre Hände wandern lassen bis zum Schritt - und schon lassen sich Materialfetischismus, Body Worship und der auf die Form bzw. Funktion der Strumpfware / des Strumpfes bezogene Fetischismus nicht mehr sauber voneinander trennen. Sie genießen die Glattheit oder die Künstlichkeit auf einem fremden Körper, oder aber wollen selbst das erotische Material auf Ihrer Haut spüren oder darin gestreichelt werden. Für Männer kann ein in Strumpfhose "weggepackter" Penis auch Symbol für Keuschhaltung oder Asexualität oder Weiblichkeit sein.

Straps-Strümpfe vs. Stay-Ups

Traditionell mußten Damenstrümpfe immer mittels Strumpfhaltern befestigt werden, also mittels Strumpfbändern (= um den Oberschenkel und den Strumpf gespannte horizontal getragene Bänder) oder Strapsen (= an Dessous wie Korseletts, Slips oder sog. Strapsgürteln befestigte vertikal herabhängende Bänder mit Clips). Durch die industrielle Entwicklung konnten später halterlose Strümpfe (= Stay-Ups) entwickelt werden, die mittels einer selbstklebenden Beschichtung am Oberschenkel, meist verborgen unter einem Zierrand, am Herabrutschen gehindert werden und daher keine Strumpfhalterung mehr benötigen. Was allerdings nicht mehr nötig ist, gilt vielen Liebhabern als besonders sexy!

Naht-Nylons

Dies gilt auch im Bezug auf Naht-Nylons: Solange es maschinell nicht möglich war, das Material als "Rundling" zu verarbeiten, mußte das Nylongewebe noch irgendwo sichtbar vernäht werden. Es war modisch geschickt, die Naht entlang der Beinrückseite verlaufen zu lassen, da dies das Bein schlanker wirken läßt.

Auch dies ist nicht mehr nötig, aber sexy: Heutzutage werden Nahtnylons vor allem aus nostalgischen und/oder erotischen, fetischistischen Gründen getragen.

Strumpfhosen mit/ohne Zwickel

Natürlich ist keine separate Strumpfhalterung vonnöten, wenn in einer Strumpfhose gleich Höschenteil und Beinbekleidung zu einer Einheit kombiniert sind. Ob dies erotischer ist oder eine "Liebestöter" bzw. Lustkiller, darüber streiten sich die Geister bei den Fetischisten: einigen ist der freie Zugang zum Genitalbereich wichtig, andere möchten ihn bewußt verstecken oder aber lieben den Reiz des Halb-Verborgenen.

Je nachdem, was die jeweilige Motivation ist, verspricht eine Strumpfhose mit undurchsichtigem Zwickel, leicht getöntem Zwickel oder völlig ohne Zwickel, dann mit bzw. ohne Naht im Höschenbereich, den jeweiligen Fetisch-Höchstgenuß - oder kann auch heftig abtörnen.

Gleichermaßen kann die Strumpfhose den Po besonders gut betonen (z.B. auch durch die Verläufe der Nähte entlang der Backen) oder verdecken. Auch hier kann eine wesentliche Rolle für den jeweiligen Liebhaber spielen, wo die Nähte des Strumpfhosen-Höschenteils verlaufen und welche Partien farblich abgesetzt sind.

Je nachdem, welcher optische bzw. haptische Reiz bewirkt werden soll, wird ggf. auch entschieden, ob eventuelle zusätzliche Unterwäsche (Slips bzw. Bodys) über oder unter der Strumpfhose getragen werden sollen. Möchten Sie die Strumpfhose als idealisierte zweite Haut erleben, verstecken Sie vielleicht gern bestmöglich sämtliche Nähte und Zwickel unter anderer Bekleidung. Erotisieren Sie hingegen gerade diese Merkmale von Künstlichkeit, stellt der Slip -dessen Form sie vermutlich dann eher knapp wählen- für Sie eher einen bewußt eingesetzten Farbkontrast dar und dann soll er wohl eher unter der Mikrofaser durchschimmern.

Catsuits, Zentais und Bondage-Bags

Soll es noch mehr sein als nur Strumpf oder Strumpfhose? Dann ist vielleicht ein Catsuit (eng anliegender Ganzkörperanzug, der zumindest den Kopf freiläßt, meist auch Hände/Füße nicht bedeckt sowie als "Ouvert"-Variante auch den Intimbereich ausspart) oder Zentai (Ganzkörper incl. Kopf/Gesichts-Bedeckung - teilweise mit Schrittreißverschluß) aus Nylon bzw. Ihrem bevorzugten Strumpfmaterial sogar noch geiler. Wir müssen diese individuell bestellen, können dann aber gern beide ein entsprechendes Kleidungsstück tragen. Die Ganzkörper-Umhüllung mit einem Zentai stellt bereits eine "Encasement" (= Eingeschlossen-Sein), aber noch keine "Bondage" (= Restriktion / Eingeschränkt-Sein) dar - ggf. lieben Sie es, wenn noch ein Nylon-Sack (bzw. Netz) als weitere Schicht übergestreift wird und/oder wenn sie in einen solchen auf nackter Haut spüren. Oder der Reiz liegt darin, mehr und mehr "eingezwiebelt" werden, Hülle um Hülle überzustreifen bis zur völligen Unkenntlichkeit…

Pantyhose-Encasement & -Bondage

Für Encasement- und Bondage-Zwecke müssen nicht eigens (vergleichsweise teure) Catsuits/Zentais/Säcke/Netze angeschafft werden, es kann auch gut (oft preiswertere) Strumpfware zweckentfremdet werden.

Aus einer Strumpfhose "bastelt" man leicht eine Art Pulli / Longarm-Shirt / Bolero, wenn man den Schritt freischneidet und die entstehende Öffnung zum Durchstecken des Kopfes benutzt. Über den Kopf selbst kann ggf. ein weiteres Höschenteil (unter Verknotung der Beinlinge) oder ein Beinling einer XXL-Strumpfhose / ein XXL-Strumpf gestülpt werden.

Beim o.g. selbstgemachten Pulli / Shirt bleibt dann meist mangels ausreichender Dehnlänge der Rumpf noch unbedeckt, aber auch hier helfen zerschnittene Strumpfhosen ggf. als "Leibchen" weiter.

Und soll es nicht nur um Verhüllung, sondern um Bondage gehen, kann z.B. ein Strumpfhosenbein oder einzelner Strumpf als Monobeinschuh oder Monohandschuh benutzt werden.

Darüber hinaus können die Einzelstrümpfe bzw. Beinlinge wegen ihrer länglichen Form auch per wie ein Seil direkt zum Schnüren/Binden/Verknoten/Fesseln benutzt werden. Das Gefühl der Fesselung ist dabei aufgrund der Dehnbarkeit des (Fein-)Strumpf-Materials aber anders als bei einem gewöhnlichen Bondage Rope. Zudem ist es für einige Menschen faszinierend, wenn eine Strumpfhose sowohl einbeinig als umspannende Hülle und einbeinig als fesselnde "Schnur" zum Einsatz kommt, oder wenn das Höschenteil "spannend" und die Beinlinge den "bindend" verwendet werden.

Auch Nylon-Knebel gehören in den Bereich der Bondage: es kann sehr sexy sein, wenn die Lady in einer Session scheinbar spontan improvisiert und den Strumpf auszieht, ihn verknotet und daraus einen schlichten Knebel "bastelt" - der wahlweise bereits durch Fußduft/geschmack (weiblich zart oder sportlich verschwitzt) überzeugt, oder auch noch flüssigkeitsgetränkt bzw. mit Leckerem oder Ekligem befüllt sein kann, was dann im Mund zergeht.

Sinnliche Zerstörung

Doch nicht nur für Encasement/Bondage-Zwecke werden Strumpfhosen/Strümpfe zerstört. Auch der Zerstörungsprozeß selbst kann im Focus einer Session stehen: Für viele Menschen ist es ein Ärgernis, wenn ein Nylon-Strumpf oder andere Feinstrumpfware eine Laufmasche aufweist. Für manche ist es allerdings auch sexy, z.B. die Fingernägel in die "Perfektion" zu krallen und sie bewußt zu zerstören. Oder die Strümpfe etc. dramatisch mit Messer/Skalpell zu zerschneiden. Auch kann ein geiler Punk-Look bewußt fetischisiert werden.

Netzstrümpfe und -strumpfhosen, Netz-Catsuits

Luftiger als "Nylons" und ihre verwandten Feingarn-Pendants sind Netzstrümpfe und Netzstrumpfhosen. Sie sind ein ausschließlich modisches (bzw. erotisches) Kleidungsstück, da es keine wirklich kleidende Funktion erfüllt, also weder bedeckt noch wärmt. Aber vielleicht stehen Sie darauf, solche Strümpfe oder Strumpfhosen oder auch Catsuits als sinnliche Verlockung an mir zu sehen oder selbst über ihr Bein / ihren Leib gespannt zu fühlen: hier kommt noch stärker als beim Nylon-Encasement/Bondage das Gefühl auf, als wären Sie in einem Netz verfangen…dabei gibt es grobmaschigere oder feinmaschigere Varianten, auch diese finden jeweils eine eigene Anhängerschar.

Unsexy und trotzdem geil: Strickstrumpfhosen, Kompressionsstrümpfe

Strumpfhosen aus dickeren Materialien sind vor allem wegen ihrer Wärmefunktion als Unterbekleidung beliebt und werden seltener erotisiert als Feinstrumpfhosen.

Gesundheits- und Sportfunktions-Strümpfe gelten ebenfalls meist als unerotisch.

Dennoch gibt es Menschen, die sich gerade von diesen Kleidungsstücken angezogen fühlen - teils, weil diese Kindheitserinnerungen wecken, teils wegen einer speziellen Materialeigenschaft (z.B. Kuscheligkeit, Kratzigkeit o.ä.) oder als ergänzendes Accessoire in einem Setting (z.B. Klinik-Erotik) oder wegen ihrer jeweiligen Funktionalität (z.B. Body Shaping oder Stützung/Kompression).

Teilweise bezieht sich die persönliche Präferenz wiederum nicht ausschließlich auf Strumpfware, sondern auch z.B. auf Miederware (Taillenmieder, Miederhosen, Korseletts, Stützbodys etc.) oder Patientenkleidung und -hilfsmittel (OP-Hemdchen, Pflege-Overalls, Braces & Casts).


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